Anerkennung für ein besonderes Ausbildungskonzept
Seit 2020 wird in Deutschland die generalistische Pflegeausbildung umgesetzt, d.h. Pflegefachpersonen für die verschiedenen Altersgruppen (Kinder, Erwachsene und alte Menschen) erhalten jetzt eine gemeinsame 3-jährige Ausbildung. Sie umfasst theoretischen und praktischen Unterricht an der Pflegeschule sowie eine praktische Ausbildung. Der überwiegende Teil der Ausbildung erfolgt in der Praxis: Die Auszubildenden lernen den Stationsalltag kennen und übernehmen unter Anleitung von erfahrenen Pflegefachpersonen die beruflichen Aufgaben und Tätigkeiten. Mindestens zehn Prozent der praktischen Ausbildung werden von pädagogisch geschulten Pflegefachpersonen begleitet, den so genannten Praxisanleiter*innen. Deren Arbeit basiert nicht nur auf dem jeweiligen Ausbildungsplan der Einrichtung, sondern auch auf Praxisanleitungskonzepten. Diese Konzepte legen Grundsätze zur Praxisanleitung, Umsetzungsrichtlinien und konkrete Anleitungen fest.
Die beiden Preisträgerinnen Anja Geist (vorne sitzende Mitte) und Katja Zintel (stehend hinten, 2. von rechts) zusammen mit ihren engagierten Kolleginnen Bianca Roth, Jasmin Walter, Mareike Rogal, Ricarda Hermann und Sabine Hosp-Wiebel.
Eines dieser Konzepte der Kinderklinik Garmisch-Partenkirchen gGmbH wurde im Rahmen der Förderung innovativer Praxisanleitungskonzepte des Freistaats Bayern ausgezeichnet. Das Konzept verbindet die Idee einer Ausbildungsstation mit einer speziell für die Fachklinik entwickelten Anleitung zum therapeutischen Spielen. Ein zentrales Lernpaket bezieht sich auf den Kompetenzbereich „Kommunikation und Beratung personen- und situationsorientiert gestalten“. Hier kommt das „therapeutische Spiel“ zum Einsatz, unterstützt durch das Kuscheltier „Ecki“, das Maskottchen der Ausbildungsstation Eckbauer. „Therapeutisches Spiel kann beim Vertrauensaufbau mit den Patient*innen helfen, die Identifikation mit der Krankenhausumgebung erleichtern oder die Patient*innen auf eine pflegerische oder medizinische Intervention vorbereiten“, erläutert eine der prämierten Zentralen Praxisanleiterinnen Anja Geist. Ihre Kollegin, Katja Zintel, ergänzt: „Die Spiele können an den Alters- und Entwicklungszustand sowie an die einzigartigen Erfahrungen des Kindes angepasst werden. Die Auszubildenden lernen an Hand dieses Beispiels, dass je nach Pflegesetting und den individuellen Gegebenheiten der Patient*innen verschiedene Wege der Kommunikation erforderlich sind und dass kreative Möglichkeiten bestehen, um Patient*innen zu begegnen, sie zu beraten und zu unterstützen.“
Die Kinderklinik hält für diese Lerneinheit verschiedene Materialien und Methoden bereit, um die erforderliche Kompetenz gezielt zu vermitteln und einzuüben. „Die Auswahl der jeweils passenden Methode erfolgt in gemeinsamer Absprache zwischen Auszubildenden und Praxisanleitenden – orientiert an Lernziel, Vorwissen und individuellen Bedürfnissen der Auszubildenden“ erklären die Zentralen Praxisanleiterinnen der Klinik.
Pflegedirektorin Dr. Jana Mattei ist stolz auf die innovativen Ideen und Konzepte und auf die Anerkennung durch den Freistaat Bayern: „Dieses spezielle Konzept ermöglicht nicht nur ideale Lern- und Anleitungsbedingungen, sondern eine moderne und ganzheitliche Herangehensweise. Dadurch wird den Auszubildenden eine tiefe Auseinandersetzung mit dem Thema „Kommunikation und Beratung“ möglich und eine Übertragung in andere Bereiche und Settings bereits frühzeitig angeregt. Wir freuen uns, dass diese Konzeptarbeit honoriert wird.“ Die Auszeichnung bestätigt die hohe Qualität der praxisorientierten Ausbildung in der Kinderklinik und setzt einen nachhaltigen Maßstab für künftige Vorhaben.
Die Umsetzung des ausgezeichneten Konzepts ist eine Teamaufgabe und nur durch das hohe Engagement und die Motivation aller Mitarbeitenden möglich. Insbesondere die Praxisanleitenden auf den Stationen leisten hierfür sehr viel. Dies ist auch der Klinikleitung bewusst, die zu diesem Anlass alle Praxisanleitenden zu einem gemeinsamen Teamevent einlädt. „Uns ist es wichtig, in die Ausbildung zu investieren, damit wir auch künftig den Anforderungen unserer Patient*innen und des Gesundheitssystems gerecht werden zu können“ sagt Prof. Dr. med. Johannes-Peter Haas, geschäftsführender ärztlicher Direktor der Klinik.
Im Bild: Die beiden Preisträgerinnen Anja Geist (vorne sitzende Mitte) und Katja Zintel (stehend hinten, 2. von rechts) zusammen mit ihren engagierten Kolleginnen Bianca Roth, Jasmin Walter, Mareike Rogal, Ricarda Hermann und Sabine Hosp-Wiebel.

