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SPZ Garmisch-Partenkirchen

Neuropädiatrie

Gruppenbild der SPZ-Ärztinnen
Hinten (v.l.): Dr. Alexandra Klinkott, Dr. Kirsten Wenner, 
Sarah-Elisabeth Barwinski-Schön
Vorne (v.l.):Dr. Josephine Kasel-Seibert, Dr. Elisa Mola-Schenzle, 
Dr. Katharina Klauser

Die Neuropädiatrie beschäftigt sich mit Nerven- und Hirnerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Hierzu zählen unter anderem Anfallsleiden/Epilepsien, Muskelerkrankungen und Bewegungsstörungen.

Was bieten wir in der Neuropädiatrie im SPZ an?

  • Spezialuntersuchungen: Wir können spezielle Tests machen, bei denen wir z.B. die Hirnaktivität im Wachzustand und während des Schlafs messen (Wach-EEG, Schlaf-Video-EEG, Schlafenzugs-EEG). Das hilft uns, genaue Diagnosen zu stellen und den Verlauf einer Therapie zu kontrollieren.
     
  • Weitere Untersuchungen: Neben Blutuntersuchungen z.B. zur Überwachung einer Therapie mit Medikamenten können wir genetische Untersuchungen und Beratung in unserer genetischen Sprechstunde anbieten. Bei speziellen Fragestellungen, bei denen wir weitere Informationen brauchen, arbeiten wir mit Kooperationspartner*innen zusammen und veranlassen wir die Anfertigung spezieller Bildaufnahmen des Gehirns (MRT).
     
  • Hilfsmittelsprechstunde: Für Kinder mit bestimmen Bewegungserkrankungen haben wir ein besonderes Angebot: Hier schauen wir gemeinsam mit Expert*inne für Physiotherapie und Orthopädietechnik, welche Hilfsmittel und Therapien am besten helfen können. Hier finden Sie Informationen zur Physiotherapie.
     
  • Psychologische Untersuchungen: Um herauszufinden, wie gut sich ein Kind konzentrieren kann oder wie es in der Schule zurechtkommt, können psychologische Tests helfen. 
    Hier finden Sie Informationen zur Psychologie.
     
  • Beratung: Natürlich beantworten wir auch alle Fragen, die ihr rund um Themen wir Kindergarten, Schule oder Führerschein und Berufsausbildung habt.

 

Anfallsleiden / Epilepsien

Epilepsien sind chronische Erkrankungen bei denen epileptische Anfälle auftreten. Dabei sind einige Nervenzellen im Gehirn übermäßig aktiv und entladen sich elektrisch.

Was passiert bei einem Anfall?

Je nachdem welche Nervenzellen des Gehirns zu aktiv sind, äußern sich Anfälle unterschiedlich. Manchmal zuckt ein Teil des Körpers, manchmal wird ein Kind bewusstlos, manchmal ist ein Anfall von außen nur schwer zu erkennen. Es gibt viele verschiedene Gründe für diese Anfälle. Je nachdem sind die Auswirkungen auf das Leben in der Familie und im sozialen Umfeld unterschiedlich. So ist der Fieberkrampf ein sehr häufiger Notfall bei Kindern und in der Regel nicht gefährlich.

Unsere Aufgaben in der Neuropädiatrie:

Mit der richtigen Therapie werden viele Kinder anfallsfrei. Wir sind Spezialist*innen für Kinder und Jugendliche mit Epilepsie, führen spezielle Untersuchung zur Diagnostik von Epilepsien durch, empfehlen und überwachen Behandlungen mit Medikamenten und beraten zum Umgang mit der Erkrankung im Alltag, in der Schule und in der Freizeit.

Muskelerkrankungen und Bewegungsstörungen

Bewegungsprobleme bei Kindern können viele Gründe haben. Das Gehirn, die Nerven oder Muskeln können betroffen sein. Besonders Kinder mit Cerebralparese und Muskelerkrankungen erleben solche Herausforderungen.

Unsere Aufgaben in der Neuropädiatrie:

Wir arbeiten eng mit Physiotherapeut*innen und bei bestimmten Fragen auch mit Kinderorthopäd*innen zusammen. Für jedes Kind erstellen wir einen eigenen Plan, um es bestmöglich zu unterstützen. Dieser Plan kann spezielle Hilfsmittel, Medikamente wie z.B. Botulinum-Toxin und manchmal auch Operationen beinhalten.

Früh- und Risikogeborene

Die Entwicklungsneurologie schaut genau hin: Wie entwickeln sich Säuglinge, Kleinkinder und größere Kinder körperlich und geistig? Jedes Kind wächst und lernt anders, und manchmal gibt es Besonderheiten in dieser Entwicklung. Das ist völlig normal. Aber manchmal können diese Unterschiede auch auf ein spezifisches Problem oder eine Störung hinweisen. In der Entwicklungsdiagnostik können solche Unterschiede frühzeitig erkannt und entsprechende Unterstützung oder Förderung angeboten werden.

Was machen wir in unseren Untersuchungen?

  • Genauer Blick aufs Kind: Wir schauen, wie sich ein Kind bewegt und verhält. So können wir herausfinden, ob alles in Ordnung ist oder ob es Unterstützung braucht. Dabei versuchen wir auch zu beurteilen, wie sich ein Kind in Zukunft weiterentwickeln könnte. Wir untersuchen mit Hilfe von speziellen Tests, wie den Folgenden, wie sich ein Kind im Vergleich zu anderen Kindern im gleichen Alter entwickelt:
    SINDA-Diagnostik (Standardized Infant Neurodevelopmental Assessment): Mit diesem Test wird im ersten Lebensjahr untersucht, ob Anzeichen für Nervenerkrankungen oder Entwicklungsauffälligkeiten vorliegen.
    BAYLEY-III-Entwicklungstest (Bayley Scales of Infant Development): Dieser Test untersucht die kognitive, motorische und sprachliche Entwicklung von Kleinkindern.
  • Individuelle Hilfe: Jedes Kind ist einzigartig! Deshalb erstellen wir für jedes Kind einen eigenen Plan. Falls das Kind besondere Unterstützung oder Förderung benötigt, werden entsprechende Empfehlungen gegeben. Dieser können spezielle Übungen, Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie beinhalten. Es geht darum, jedes Kind in seiner Entwicklung bestmöglich zu unterstützen und ihm zu helfen, sein volles Potenzial auszuschöpfen 

Genetische Sprechstunde

Die genetische Sprechstunde im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) bietet eine spezialisierte Beratung und Untersuchung für Kinder und ihre Familien, bei denen der Verdacht oder das Vorliegen einer genetischen Erkrankung besteht. Genetische Erkrankungen können eine Vielzahl von Symptomen und Beschwerden verursachen, die oft multidisziplinäre Betreuung und Unterstützung erfordern.

Was läuft die genetische Sprechstunde ab?

  • Persönliche Beratung: Ein spezialisiertes Team aus Genetiker*innen und Kinderärzt*innen steht Ihnen zur Seite, um Ihre Fragen zu beantworten und Informationen über den aktuellen Stand der Genetik und die möglichen Auswirkungen auf Ihre Familie zu geben.
  • Familienanamnese: Ein wichtiger Bestandteil der genetischen Beratung ist das Erstellen eines Familienstammbaums, um mögliche genetische Muster oder Risiken zu identifizieren.
  • Genetische Tests: Nach Einschätzung und Beurteilung können verschiedene genetische Tests in Auftrag gegeben werden ( z.B. Chromosomenanalysen, DNA-Tests oder Genomsequenzierungen), um spezifische genetische Veränderungen identifizieren zu können.
  • Ergebnisbesprechung: Die Ergebnisse genetischer Tests werden ausführlich besprochen, wobei die Bedeutung der Ergebnisse für das Kind und die Familie erläutert wird.
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Da genetische Erkrankungen oft vielschichtige Auswirkungen haben, arbeitet die genetische Sprechstunde eng mit anderen Fachbereichen im SPZ zusammen, wie z.B. Psychologie und Sozialdienst.

Für wen ist die genetische Sprechstunde geeignet?

  • Familien, bei denen bereits eine genetische Erkrankung diagnostiziert wurde.
  • Kinder mit Entwicklungsverzögerungen, bei denen der Verdacht auf eine genetische Ursache besteht.
  • Familien mit einer Vorgeschichte von genetischen Erkrankungen oder spezifischen gesundheitlichen Mustern.
  • Eltern, die sich über genetische Risiken oder pränatale Testoptionen informieren möchten.
     

Kinder-Diabetologie

KiDi-GAP – Diabetologie für Kinder in Garmisch-Partenkirchen
Diabetes mellitus ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter. Dabei hat der Körper Schwierigkeiten, Zucker („Glukose“) richtig zu verarbeiten. Die Erkrankung ist nicht heilbar, aber mit Insulin gut zu behandeln. Dank modernster Technologie wie Insulinpumpen und Glukosesensoren können Kinder mit Diabetes fast genauso leben wir ihre Freund*innen.
Aber wir, wissen: Es ist nicht immer einfach. Es gibt jeden Tag viele Dinge zu beachten und das Leben mit Diabetes erfordert viel Disziplin und Selbstverantwortung.
Die Kinderdiabetologie Garmisch-Partenkirchen (KiDi-GAP) ist von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) als Schulungs- und Behandlungseinrichtung für Kinder und Jugendliche zertifiziert.

Wie können wir bei KiDi-GAP helfen?
Unser interdisziplinäres Team mit Diabetolog*innen, Diabetesberater*innen und weiteren Expert*innen aus den Bereichen Psychologie und Sozialdienst unterstützt Kinder mit Diabetes und ihre Familien auf vielen Ebenen:

Untersuchung:
Wir sehen Kinder, bei denen eine Erkrankung des Glukosestoffwechsels festgestellt wurde oder der Verdacht darauf besteht. Je nachdem führen wir bestimmte Laboruntersuchungen durch (zum Beispiel Bestimmung des „Langzeitglukosewerts“ HbA1c in der Fingerbeere, Glukosebelastungstest). Die Daten von Glukosesensoren und Insulinpumpen lesen wir aus.

Behandlung:
Wir schulen alle modernen Therapieformen von der intensivierten Insulintherapie mit Pens bis hin zu Insulinpumpen mit automatisierter Insulindosierung (AID-Systemen). Wir besprechen einzelne Themen individuell bei den Terminen im SPZ und bieten außerdem Gruppenschulungen auf Station z.B. zur Schulung auf eine neue Insulinpumpe an.

Telemedizinische Sprechstunde:
Um es Familien einfach zu machen, bieten wir neben den regelmäßigen Terminen vor Ort auch Online-Sprechstunden an. Das ist besonders bei langen Anfahrtswegen hilfreich. Über unsere sichere Cloud können Daten geschützt und nur für uns sichtbar übermittelt werden. Für Videogespräche nutzen wir eine zertifizierte Plattform. Wenn Familien lieber telefonieren möchten, ist das natürlich auch möglich. In diesen Gesprächen können wir gemeinsam Anpassungen der Behandlung besprechen.

Ganzheitlicher Blick: Bei uns steht das Kind im Mittelpunkt. Das bedeutet, wir schauen nicht nur auf den Glukosewert, sondern vor allem auch wie es dem Kind in der Familie, im Kindergarten, in der Schule oder Ausbildung geht. Rechtzeitig vor dem 18. Lebensjahr planen wir gemeinsam wie die Betreuung dann weitergeht (Transition).

Unterstützung und Schulung:
Neben der medizinischen Betreuung bieten wir auch psychologische und sozialrechtliche Beratung und helfen dabei, den Alltag mit Diabetes besser zu meistern. Unsere Diabetesberater*innen schulen Erzieher*innen, Lehrer*innen und Schulbegleiter*innen individuell vor Ort, damit von ihnen betreute Kinder mit Diabetes optimal unterstützt werden können.
 

Ergotherapie

Unterstützung für den Alltag

Was macht die Ergotherapie?

  • Ergotherapie unterstützt Kinder und Jugendliche dabei Dinge selbst tun zu können, die im Alltag wichtig sind.
  • Ergotherapie hilft, bei Bewegungseinschränkungen von Händen und Körper, beim Planen von Aufgaben und im Umgang mit anderen.
  • Ergotherapie fördert die Fähigkeiten der Kinder durch spielerische, gestalterische und handwerkliche Tätigkeiten.

Wie unterstützen Ergotherapeut*innen im SPZ?

  • Wir finden heraus, wo die Kinder Hilfe brauchen.
  • Wir planen, wie wir den Kindern am besten helfen können.
  • Wir beraten und begleiten Eltern, damit diese ihre Kinder zu Hause unterstützen können.
  • Wir überprüfen, ob die Hilfe wirkt und passen sie an, wenn nötig.
  • Wir helfen dabei, spezielle Hilfsmittel für Kinder zu finden.
  • Wir tauschen uns mit weiteren Stellen aus, für die bestmögliche Zusammenarbeit und Betreuung der Kinder

Zu welchen Themenbereichen unterstützen Ergotherapeut*innen im SPZ?

  • Koordination: Die Fähigkeit, Bewegungen unterschiedlicher Körperteile aufeinander abzustimmen, zum Beispiel Augen und Hände beim Schneiden.
  • Feinmotorik: Handelt von kleineren, gezielten Bewegungen, vor allem der Hände und Finger.
  • Grobmotorik: Bezieht sich auf größere Bewegungen des Körpers, wie beim Springen, Rennen oder Werfen.
  • Ergonomie und Arbeitsplatzgestaltung: Die Wissenschaft, Arbeitsplätze so anzupassen, dass sie passend sind für die Voraussetzung der jeweiligen Kinder sind und körperliche Beschwerden minimiert werden.
  • Körperwahrnehmung: Das Gefühl und Bewusstsein für die eigene Körperposition und Bewegung im Raum.
  • Graphomotorik: Die Fähigkeit, gleichmäßige und fließende Bewegungen beim Schreiben und Malen auszuführen.
  • Handmotorik und Lateralisation: Handmotorik beschreibt die Fähigkeiten der Hand, Bewegungen auszuführen. Lateralisation bedeutet, dass man eine bevorzugte Hand für Tätigkeiten hat, zum Beispiel als Links- oder Rechtshänder.
  • Visuomotorik und visuelle Wahrnehmung: Visuomotorik entspricht der Auge-Hand-Koordination, zum Beispiel beim Fangen eines Balles. Visuelle Wahrnehmung bedeutet, wie wir das sehen, was unsere Augen wahrnehmen.  
  • Konzentration und Aufmerksamkeit: Die Fähigkeit, sich auf eine Aufgabe oder Tätigkeit zu konzentrieren, ohne sich ablenken zu lassen.
     

Physiotherapie

Was macht die Physiotherapie im SPZ?
In der Physiotherapie im SPZ helfen wir Säuglingen, Kindern und Jugendlichen, die Schwierigkeiten mit ihrer Bewegung haben, weil vielleicht ihre Muskeln oder Nerven nicht ganz so arbeiten, wie sie sollten.

  • Bewegung fördern: Durch genaue Bewegungsanalyse identifizieren wir individuelle Schwierigkeiten und zeigen Übungen, die helfen, Bewegungen zu verbessern.
  • Haltung verbessern: Durch funktionelle Untersuchungen erkennen wir Fehlhaltungen und helfen dabei, diese zu korrigieren. 
  • Schmerzen reduzieren: Wir wenden spezielle Techniken an, um muskuläre und gelenksbezogenen Schmerzen zu lindern. Bei Kindern mit Kopfschmerzen können Entspannungsübungen helfen.
  • Sinneswahrnehmung unterstützen: Durch gezielte Übungen fördern wir die körperliche Wahrnehmung und helfen Kindern, ihr Bewegungsempfinden zu schärfen.

Wie unterstützen Physiotherapeut*innen im SPZ?

  • Wir schauen genau hin: Mittel funktioneller Untersuchung und Bewegungsanalyse bestimmen wir genau, wo ein Kind Schwierigkeiten hat und erstellen daraufhin einen individuellen Plan.
  • Wir geben Ratschläge und zeigen Übungen: wir erklären Kindern, Eltern und anderen Betreuern, wie man am besten unterstützt und sich bewegt durch geeignete Übungen und hilfreiche Tipps für den Alltag.
  • Wir helfen mit speziellen Hilfsmitteln: Manchmal brauchen Kinder spezielle Geräte, um sich besser bewegen zu können. Wir helfen dabei, diese anzupassen und richtig zu verwenden.
  • Wir arbeiten Hand in Hand mit anderen Expert*innen: Wir sprechen und arbeiten mit anderen Therapeut*innen und Ärzt*innen zusammen, um sicherzustellen, dass das Kind die beste Unterstützung erhält.

Zu welchen Themenbereichen unterstützen Physiotherapeut*innen? Für wen ist Physiotherapie wichtig?
Wir sind besonders für Kinder da, die

  • Schwierigkeiten in ihrer Bewegungsentwicklung haben.
  • Probleme durch bestimmte Nervenerkrankungen oder Muskelkrankheiten erleben.
  • Knochen- oder Gelenkprobleme haben, wie z.B. eine Wirbelsäulenverkrümmung (Skoliose), spezielle Fußformen oder andere Besonderheiten der Knochen.
  • Krankheiten haben, die Gelenkschmerzen oder Entzündungen verursachen.

Besondere Expertise und Behandlungsangebot im SPZ Garmisch-Partenkirchen
Das SPZ Garmisch-Partenkirchen zeichnet sich nicht nur durch seine interdisziplinäre Expertise aus, sondern auch durch spezialisierte Diagnostik- und Behandlungskonzepte und hochmoderne technische Ausstattung. Dies ermöglicht uns, Kinder im Rahmen der Erstellung des Behandlungsplans begleitend zu behandeln. Das SPZ kann und möchte die Angebote ambulanter Praxen oder Frühförderstellen jedoch nicht ersetzen.

Hier ist ein Überblick über unser besonderes Behandlungsangebot:

Bobath-Konzept: Dieser Ansatz richtet sich vor allem an Kinder mit motorischen Beeinträchtigungen aufgrund neurologischer Erkrankungen. Es ist ein bewährtes, weltweit verbreitetes Behandlungskonzept und basiert auf der Idee, Funktions- oder Bewegungsstörungen durch gezielte therapeutische Interventionen zu normalisieren.

Vojta-Therapie: Ein spezielles Verfahren zur Aktivierung des zentralen Nervensystems, das insbesondere bei neurologischen Entwicklungsstörungen angewendet wird.

Skoliosebehandlung nach dem Schroth-Konzept: Ein dreidimensionales Therapiekonzept zur Korrektur einer Skoliose, das auf speziellen Atemtechniken und Körperhaltungen basiert.

Dreidimensionale Fußtherapie nach Zukunft-Huber: Ein innovativer Ansatz zur Behandlung von Fußfehlstellungen und -beschwerden, der auf die Aktivierung spezifischer Fuß- und Beinmuskulaturen abzielt.

Hilfsmittelanpassung: In unserer Hilfsmittelsprechstunde helfen Expert*innen bei der Auswahl, Anpassung und Nutzung von Hilfsmitteln, die den Alltag unserer Patienten erleichtern und ihre Mobilität und Selbstständigkeit fördern.

Besondere Ausstattung:
Fitnessraum: Ausgestattet mit modernen Geräten, die speziell auf die Bedürfnisse unserer Patienten zugeschnitten sind.
Schwimmbad: Ein therapeutisches Becken, das sich ideal für Bewegungstherapien und Entspannung eignet.
Kletterwand: Ein hervorragendes Mittel zur Steigerung der Kraft, Koordination und Selbstvertrauen.
Bewegungsgarten: Ein Außenbereich, der verschiedene Bewegungsanreize bietet und die motorische Entwicklung fördert.
Ganglabor zur Bewegungsanalyse: Ein hochtechnologischer Raum, in dem die Gangmuster der Patienten analysiert werden, um spezifische Therapieempfehlungen geben zu können.

Therapeutisches Klettern im SPZ Garmisch-Partenkirchen
Was ist therapeutisches Klettern?
Beim therapeutisches Klettern werden Klettertechniken in einem sicheren Umfeld genutzt, um individuelle Therapieziele zu erreichen.

  • Motorische Entwicklung: Klettern verbessert Grob- und Feinmotorik, Koordination und Gleichgewicht. Klettern aktiviert viele Muskelgruppen, steigert die Kraft und verbessert die Körperwahrnehmung.
  • Kognitive Entwicklung: Die Planung des nächsten Griffs oder der nächsten Bewegung fördert die Problemlösungsfähigkeiten und das strategische Denken
  • Emotionale Entwicklung: Klettern steigert das Selbstvertrauen und hilft Kindern, Ängste zu überwinden.

Für wen eignet sich therapeutisches Klettern?
Kinder und Jugendliche mit motorischen, neurologischen oder psychischen Herausforderungen können davon profitieren. Eine individuelle ärztliche Beratung stellt sicher, dass das Klettern für das jeweilige Kind geeignet ist.

Unser Ansatz im SPZ Garmisch-Partenkirchen:
Wir nutzen therapeutisches Klettern als Methode, um Therapieziele und Freude an Bewegung zu erreichen.
 

Psychologie

Psychologische Untersuchung im SPZ: Schritt für Schritt
Wie läuft eine psychologische Untersuchung bei uns im SPZ ab?
Unsere psychologische Untersuchung umfasst mehrere Schritte. Das bedeutet, dass mehrere Termine nötig sind, um ein klares Bild von jedem Kind oder Jugendlichen zu bekommen. Dafür nutzen wir verschiedene Methoden.

  1. Gespräche mit den Eltern und anderen Bezugspersonen:
    Das sogenannte Anamnesegespräch ist ein wichtiges erstes Treffen. Hier sprechen wir über die Probleme, wann sie begonnen haben, wie sie sich entwickelt haben und was bereits versucht wurde. Wir möchten auch mehr über das Zuhause, die Schule und andere wichtige Dinge im Leben des Kindes erfahren.
  2. Fragebögen: Eltern und manchmal auch die Kinder füllen Fragebögen aus. Diese geben uns zusätzliche Informationen darüber, wie es dem Kind in verschiedenen Situationen geht.
  3. Beobachten und Spielen: Wir schauen, wie sich Kinder und Jugendliche verhalten, wenn sie spielen oder mit anderen interagieren. Das hilft uns zu verstehen, wie sie sich fühlen und denken.
  4. Spezielle Tests: Mithilfe von standardisierten Tests können wir genauer herausfinden, wie es um das Lernen, die Entwicklung oder das Verhalten des Kindes steht. Diese Tests sind wie "Messwerkzeuge" für das Gehirn.
  5. Informationen von anderen Orten: Mit Erlaubnis der Eltern sprechen wir auch mit Lehrer*innen , Erzieher*innen oder anderen Fachleuten, die das Kind kennen. Das gibt uns einen noch vollständigeren Blick auf die Situation.
  6. Individuelle Planung: Nach diesen Schritten planen wir, wie es weitergeht und welche Unterstützung am besten passt.


Welche Tests verwenden unsere Psycholog*innen und warum?

  • Standardisierte Intelligenztests helfen uns, besser zu verstehen, wie Kinder denken, lernen und Informationen verarbeiten. Diese Tests zeigen uns das Begabungsniveau eines Kindes, wie es Informationen organisiert und verarbeitet. Dies hilft uns zu entscheiden, ob und welche Unterstützung oder Therapie am besten für das Kind geeignet ist. Beispiele hierfür sind:
    K-ABC (Kaufman Assessment Battery for Children): Ein sprachgebundener Test, der besonders für jüngere Kinder geeignet ist. Mit ihm können wir sehen, wie gut das Kind sich Sprache, Zahlen und andere Konzepte angeeignet hat.
    WISC (Wechsler Intelligence Scale for Children): Ein sprachgebundener Test, der oft für ältere Kinder und Jugendliche verwendet wird. Dieser Test beurteilt sowohl verbale Fähigkeiten als auch praktische Problemlösungsfähigkeiten.
    SON (Snijders-Oomen Non-verbal Intelligence Test): Ein sprachfreier Test, der besonders für Kinder geeignet ist, die Schwierigkeiten mit Sprache haben, weil sie z.B. schlecht hören oder aus einem anderen Sprachraum kommen.
  • Leistungsdiagnostik und neuropsychologische Diagnostik: Wenn bei einem Kind der Verdacht besteht, dass es Schwierigkeiten in bestimmten Bereichen wie Aufmerksamkeit, Konzentration, Lernen, Gedächtnis oder Planung von Handlungen hat, nutzen wir diese Diagnostik. Mit Hilfe dieser Tests können wir herausfinden, in welchen Bereichen ein Kind besondere Stärken oder Schwächen hat. Das ist wichtig, um dem Kind gezielt helfen zu können, beispielsweise durch Förderprogramme, Therapien oder Anpassungen im Schulalltag. 
  • Projektive Testverfahren: Manchmal haben Kinder Schwierigkeiten, ihre Gefühle und Gedanken in Worte zu fassen. Durch spielerische und kreative Ansätze können Kinder oft besser zeigen, was sie fühlen und denken. Anstatt direkt zu fragen, wie ein Kind sich fühlt, bitten wir das Kind, eine Geschichte zu erzählen, ein Bild zu zeichnen oder mit Spielzeug zu spielen. Aus der Art, wie das Kind diese Aktivitäten ausführt, können wir Rückschlüsse darauf ziehen, was in seinem Inneren vorgeht.

Wie unterstützen unsere Psycholog*innen?

  • Beratung und Begleitung: Kindern und Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen stehen unsere Psycholog*innen als Ansprechpartner zur Verfügung. Manchmal haben Kinder und Jugendliche Fragen oder Probleme zum Umgang mit ihrer Erkrankung oder belastenden Ereignissen in der Familie oder in der Schule.  
  • Information über Hilfsangebote: Es gibt viele Hilfsangebote. Aber es ist nicht immer einfach, das Richtige zu finden. Unsere Psychologen kennen die besten Ressourcen und können den Familien helfen, die Unterstützung zu finden, die sie brauchen.
  • Individuell abgestimmte Therapie: Nicht jedes Kind oder jede Familie ist gleich. Deshalb schauen wir genau, welche Therapieform die richtige ist. In einigen Fällen kann es auch sinnvoll sein, verschiedene Ansätze miteinander zu kombinieren.FormularbeginnIm Rahmen der interdisziplinären multimodalen Behandlung bieten wir im Einzelfall unterschiedliche Therapieformen an:
    Familientherapie: Hierbei wird mit der ganzen Familie zusammengearbeitet, um Lösungen für Probleme oder Herausforderungen zu finden.
    Gesprächspsychotherapie: In dieser Therapieform geht es darum, durch Gespräche die Gedanken und Gefühle des Kindes oder Jugendlichen zu verstehen und zu unterstützen.
    Verhaltenstherapie: Hier wird daran gearbeitet, unerwünschte Verhaltensweisen zu verändern und durch positive zu ersetzen.

Autismus-Spektrum-Störungen
Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen (kurz ASS) zeigen Beeinträchtigungen ihrer Entwicklung. Sie können Schwierigkeiten haben, soziale Signale zu verstehen und mit anderen Menschen in Kontakt zu treten, zeigen sich wiederholende Verhaltensweisen oder haben ganz spezielle Interessen. Es ist wichtig, das früh zu erkennen, damit dem Kind bestmöglich geholfen werden kann. Dabei schauen Ärzt*innen und Psycholog*innen gemeinsam, wie sie am besten unterstützen können.

Medizinische Diagnostik
Anamnese: Ein ausführliches Gespräch mit den Eltern ist wichtig, um die Entwicklung und das momentane Befinden des Kindes besser zu verstehen

Neurologische Untersuchung: Diese kann Hinweise auf andere Erkrankungen geben, die ähnliche Symptome wie ASS verursachen könnten.

Genetische Tests: Bei einigen Personen mit ASS können genetische Mutationen festgestellt werden. Eine genetische Beratung und Untersuchung können empfohlen werden, um das Vorliegen solcher Mutationen zu prüfen.

Bildgebung: Obwohl dies nicht standardmäßig durchgeführt wird, können bildgebende Verfahren wie MRT in bestimmten Fällen dazu beitragen, andere neurologische Erkrankungen auszuschließen.

  • Psychologische Diagnostik

Verhaltensbeobachtung: Spezialisierte Psycholog*innen beobachten das Kind in verschiedenen Situationen, um dessen Kommunikationsfähigkeiten, Interaktionen und Verhaltensweisen zu analysieren.

Standardisierte Tests: Instrumente wie der Autismus-Diagnostik-Observationsschedule (ADOS) oder der Autismus-Diagnostik-Interview-Revidiert (ADI-R) werden eingesetzt, um Symptome von ASS zu identifizieren und deren Schweregrad zu bewerten.

Intelligenztests: Diese Tests helfen, das kognitive Profil des Patienten zu bestimmen und mögliche Begleitprobleme, wie z.B. Lernschwierigkeiten, zu identifizieren.

Funktionale Beurteilung: Dabei werden die Fähigkeiten und Schwierigkeiten des Patienten in alltäglichen Situationen beurteilt.

  • Zusammenarbeit und interdisziplinärer Ansatz:

Die Diagnose von Autismus-Spektrum-Störungen erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Ärzt*innen, Psycholog*innen, Therapeut*innen und Pädagog*innen. Dieser ganzheitliche Ansatz stellt sicher, dass die Diagnose umfassend und präzise ist und dass die bestmögliche Unterstützung und Intervention bereitgestellt wird. Es ist wichtig zu betonen, dass ASS ein Spektrum darstellt und sich die Symptome von Mensch zu Mensch unterscheiden können. Daher sollte die Diagnostik immer individualisiert und an die spezifischen Bedürfnisse des betroffenen Kindes angepasst werden. Ein frühzeitiges Erkennen und Eingreifen kann entscheidend dazu beitragen, die Lebensqualität und die sozialen, schulischen und beruflichen Perspektiven der betroffenen Personen zu verbessern.

 

Sozialdienst

Was macht der Sozialdienst im SPZ?

  1. Erstkontakt: Der Sozialdienst macht sich einen ersten Überblick über die persönliche Situation und informiert über verschiedene Unterstützungsangebote.
  2. Individuelle Beratung: Jede Familie und jedes Kind hat individuelle Bedürfnisse und Herausforderungen. Deshalb bieten wir eine persönliche und individuelle Beratung an, bei der wir gemeinsam mit herausfinden, welche Unterstützungsangebote in Frage kommen könnten.
  3. Vermittlung von Ansprechpartnern: Es gibt viele Stellen, an die man sich wenden kann, wenn man Hilfe benötigt – von Krankenkassen über Ämter bis hin zu Selbsthilfegruppen. Wir helfen, den Überblick zu behalten und vermitteln an die richtigen Ansprechpartner weiter.
  4. Unterstützung bei Anträgen: Ob es um die Beantragung von Pflegegeld, die Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises oder die Beschaffung von Hilfsmitteln geht – Formalitäten können überwältigend sein. Wir stehen bei der Antragstellung zur Seite, geben Tipps und helfen bei Unklarheiten.
  5. Netzwerkarbeit: Wir arbeiten eng mit anderen Einrichtungen, Behörden und Selbsthilfegruppen zusammen und können so oft Wege verkürzen oder weitere Unterstützungsangebote empfehlen.

Warum ist der Sozialdienst so wichtig?
Krankheiten oder Behinderungen betreffen nicht nur das Kind, sondern die ganze Familie. Oft kommen zu den gesundheitlichen Sorgen auch finanzielle und organisatorische Herausforderungen hinzu. Hier setzt der Sozialdienst an: Wir möchten entlasten, indem wir informieren, beraten und unterstützen. Damit sich die Familien darauf konzentrieren können, was wirklich zählt – Ihr Kind.