chronische Kopfschmerzen

In den letzten 30 Jahren hat die Häufigkeit von Kopfschmerzen bei Kindern deutlich zugenommen (verdoppelt). Die Ursachen sind vielfältig wie beispielsweise weniger Bewegung, weniger Zeit zum freien Spielen, geringere Tagesstrukturierung und vermehrter Medienkonsum. Es gibt zahlreiche Kopfschmerzformen, wobei man bei Kindern vor allem die Migräne mit oder ohne Aura und Kopfschmerzen vom Spannungstyp sowie Mischformen (Migräne und Kopfschmerzen vom Spannungstyp) unterscheidet. Bei jungen Kindern kann die Unterscheidung der Kopfschmerzform schwierig sein. 

Im Rahmen der Kopfschmerzbehandlung mit Schmerzmedikamenten kann sich zudem im Verlauf ein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz entwickeln.

Migräne mit oder ohne Aura

betroffenen Kinder und Jugendlichen ihre üblichen Aktivitäten aufhören müssen oder nur sehr eingeschränkt fortführen können. Typische Begleitsymptome sind Übelkeit und/oder Erbrechen, Überempfindlichkeit für Licht und/oder Lärm, Überempfindlichkeit für verschiedene Gerüche, Schwindel und Bauchschmerzen. Häufig geben die betroffenen Kinder und Jugendlichen an, dass Treppensteigen, Rennen, Kopfbewegungen oder Berühren der Haare die Kopfschmerzen verstärkt. Sie ziehen sich in einen abgedunkelten Raum zurück und versuchen zu schlafen. Die Migräne-Kopfschmerzen können eine Stunde bis zu 3 Tage anhalten.

Bei etwa 25% der Kinder und Jugendlichen mit Migräne tritt eine Aura-Symptomatik auf. Darunter versteht man z. B. Sehstörungen (Lichtblitze, Zackenlinien, Flimmerskotome), einseitige Missempfindungen (Kribbeln, Taubheit), Sprachstörungen, Lähmungen und Wahrnehmungsstörungen (sie nehmen sich oder die Umwelt sehr klein oder sehr groß, ganz lang und dünn oder ganz dick wahr). Diese Beschwerden klingen nach ca. 30-60 Minuten ohne Folgen ab, anschließend setzen die starken Kopfschmerzen ein.

Kopfschmerzen vom Spannungstyp

Am häufigsten treten im Kindes- und Jugendalter Kopfschmerzen vom Spannungstyp auf. Die Kopfschmerzen sind von leichter bis mittlerer Intensität und häufig beidseitig im Bereich der Stirn und Schläfen lokalisiert. Häufige Auslöser sind Stress, Anspannung und mangelnde körperliche Bewegung. Einfache körperliche Belastungen verstärken die Kopfschmerzen in der Regel nicht und die betroffenen Kinder und Jugendlichen können ihre üblichen Aktivitäten (eingeschränkt) fortführen.