Alternative Behandlungsansätze in der multimodalen Schmerztherapie

Im Rahmen der multimodalen und interdisziplinären Schmerztherapie hat sich eine Zusammenarbeit aus Ärzten, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Psychologen, Sozialpädagogen und spezialisierten Pflegekräften bewährt. Einflussfaktoren auf die Schmerzwahrnehmung werden in den unterschiedlichen Therapierichtungen identifiziert und modifiziert. Im interdisziplinären Austausch werden die einzelnen Aspekte zusammengeführt, wodurch die Patienten ganzheitlich verstanden,  wahrgenommen und behandelt werden können.

Zur Ergänzung der bisherigen Therapiemethoden in der Schmerztherapie und zur Entwicklung neuer alternativer Ansätze, welche mehrere Einflussfaktoren auf einmal einbeziehen, kommen zwei – in dieser Form neue – Therapiemethoden zur Anwendung.

Die Patienten nehmen entweder im gruppentherapeutischen Setting an kampfkunstgestützten oder im einzel- bis kleingruppentherapeutischen Setting an pferdegestützten Therapieeinheiten teil. Die bisherigen Rückmeldungen und Ergebnisse unterstützen die Annahme, dass innerhalb einer Therapiemethode mehrere Einflussfaktoren der Schmerzwahrnehmung und Schmerzbewältigung positiv beeinflusst werden können.

Kampfkunstgestützte Schmerztherapie

Kampfkunstgestützte Schmerztherapie

In der kampfkunstgestützten Schmerztherapie (ohne Körperkontakt) liegt der Fokus auf der inneren Stärkung der Persönlichkeit und auf der Verminderung der Angst vor Bewegung. Methoden und Bewegungsabfolgen aus dem Taekwon-Do, Taiji, Kung Fu und Sunmudo beinhalten auf körperlicher Ebene ein hohes Maß an Konzentration, Körperkontrolle und Koordination. Die Patienten lernen, mithilfe von Atemtechniken, meditativen Übungen und konzentrierten und langsamen Bewegungen bewusst ihre persönlichen körperlichen und psychischen Stärken zu erkennen. Dabei wird ein Mittelweg zwischen Unterforderung und Überforderung angestrebt, der den Patienten aufgrund ihrer Schmerzerfahrungen oft nicht mehr zugänglich ist.

Auf psychologischer Ebene wird im Einklang mit jahrtausendealten fernöstlichen Philosophien gemeinsam in der Gruppe reflektiert, wie durch Achtsamkeit eine gesunde Balance zwischen Körper und Geist erzielt werden kann, wobei Aspekte der Schmerzverarbeitung eingebaut werden.

Dabei wird auf die Wünsche, Hoffnungen und Stärken der Patienten eingegangen, sodass jede/r einen persönlichen Gewinn an Selbsterkenntnis, Selbstbewusstsein und achtsamem Umgang mit sich selbst erlangt