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Komplementäre TherapiemöglichkeitenKann kindliches Rheuma durch eine falsche Ernährung ausgelöst sein?Es ist nicht bekannt, dass die vor dem Auftreten der rheumatischen Erkrankung praktizierte Ernährung eine Ursache für das Entstehen der Erkrankung darstellt. Kann kindliches Rheuma durch eine bestimmte Ernährung beeinflusst werden?Ja, es gibt Untersuchungen an erwachsenen Rheumatikern, die zeigen, dass eine bestimmte Art der Ernährung in der Lage ist, die Entzündungsaktivität der Erkrankung günstig zu beeinflussen und dadurch helfen kann, nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) einzusparen. Für Erwachsene gibt es Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Auch bei Kindern ist davon auszugehen, dass durch die Ernährung ein Einfluss auf die Erkrankung möglich ist. Basismedikamente werden durch eine Ernährungsumstellung nicht ersetzt, aber es können eventuell NSAR eingespart werden. Bei Kindern muss jedoch noch viel mehr auf eine ausgewogene Ernährung und die nötige Zufuhr von Nähr- und Mineralstoffen sowie Vitaminen geachtet werden. Daher sollten mit Kindern keinesfalls extreme Diäten oder gar Fastenkuren durchgeführt werden, wie sie bei Erwachsenen mit rheumatischen Erkrankungen in der naturheilkundlichen Medizin praktiziert werden. Was gibt es praktisch zu beachten?Eine wichtige Rolle bei der Verbreitung der Entzündung im Körper spielen sogenannte Entzündungsbotenstoffe. Beim Aufbau dieser Stoffe werden verschiedene Fettsäuren benötigt, andere können hemmend wirken. Entzündungsfördernd wirkt vor allem die Arachidonsäure, die in tierischen Produkten (Fleisch, Wurstwaren, Milchprodukte, Eier) enthalten ist. Empfohlen werden kann eine Reduktion der Arachidonsäureaufnahme (z.B. auf 350 mg/Woche) durch Begrenzung der Aufnahme von tierischen Produkten. Ein kompletter Verzicht bringt keine Vorteile, da der Körper selbst die Arachidonsäure, unabhängig von der Ernährung, aus anderen Fettsäuren aufbauen kann und die Enährung dadurch eventuell unausgewogen wird. Eine Fleischmahlzeit wird zweimal pro Woche empfohlen. Arachidonsäurearmes Fleisch sind Geflügel und magere Fleischsorten. Je fetter ein Fleisch ist, desto mehr Arachidonsäure enthält es. Dasselbe gilt für die Milchprodukte. Es ist daher die Verwendung von fettarmen Milchprodukten günstig. Die empfohlene Wochendosis eines Erwachsenen von 350 mg Arachidonsäure ist in beispielsweise 3,5 l fettarmer Milch 1,5%, 200 g Hartkäse, 2 Fleischportionen (je 150 g) oder in 2 Eiern enthalten. Entzündungshemmend wirken dagegen verschiedene Omega-3-Fettsäuren, wie die Eicosapentaensäure, die in Fischölen enthalten ist, oder die Alpha-Linolensäure, welche in verschiedenen pflanzlichen Ölen vorkommt. Günstig ist daher der Konsum von Fisch z.B. durch zwei Fischmahlzeiten in der Woche. Je fetter der Fisch ist, desto höher liegt der Anteil an Omega-3-Fettsäuren, desto günstiger also im Hinblick auf die entzündungshemmende Wirkung. Prinzipiell gilt, dass der Anteil der antientzündlich wirksamen Fischöle in Seefischen wie Lachs, Makrele, Hering, Sardine und Thunfisch höher liegt als in Süßwasserfischen. Zusätzliche Fischöle können auch in Form von Fischölkapseln zugeführt werden. Günstige pflanzliche Öle, die Alpha-Linolensäure enthalten, sind Raps-, Soja-, Walnuss- und Leinöl. Entzündungshemmend wirkt auch die pflanzliche Gamma-Linolensäure. Sie findet sich in Nachtkerzensamen-, Borretsch-, schwarzem Johanniskern-, Sesam- und Kürbiskernöl.
Prinzipiell gilt:
Der wesentliche Effekt einer Ernährungsumstellung bei erwachsenen Rheumatikern war eine mögliche Reduktion der nichtsteroidalen Antirheumatika von durchschnittlich etwa 30%. Die Effekte einer Ernährungsumstellung machen sich frühestens nach vier bis acht Wochen bemerkbar, wenn der körpereigene Arachidonsäurepool langsam abgebaut ist. Der wesentliche Effekt einer Ernährungsumstellung bei erwachsenen Rheumatikern war eine mögliche Reduktion der nichtsteroidalen Antirheumatika von durchschnittlich etwa 30%. Die Effekte einer Ernährungsumstellung machen sich frühestens nach vier bis acht Wochen bemerkbar, wenn der körpereigene Arachidonsäurepool langsam abgebaut ist. Vitamine und Spurenelemente
Prinzipiell empfiehlt sich eine ausgewogene Kost, die Vitamine in Nahrungsmitteln wie Obst und Gemüse enthält. Durch eine vielseitige Ernährung werden die Vitamine und Spurenelemente normalerweise in ausreichender Menge aufgenommen. Die Gefahr einer zusätzlichen Vitamingabe ist immer auch die der Überdosierung, wobei hier vor allem Vitamin D und A zu beachten sind.
Relativ häufig als Nahrungsmittelergänzung wird Vitamin E eingenommen, da es im Blut von Rheumapatienten erniedrigt gemessen wurde und ausserdem mit unserer Ernährung eher knapp zugeführt wird. Ein positiver Effekt einer Vitamin E-Einnahme auf rheumatische Erkrankungen konnte wissenschaftlich bislang jedoch nicht belegt werden, so dass die Einnahme umstritten ist. Bekannt ist, dass hohe Vitamin E-Dosen auch unerwünschte Effekte haben können, da sie das Immunsystem stimulieren können, was bei Autoimmunerkrankungen wie Rheuma nicht erwünscht ist. Hochdosiertes Vitamin E sollte daher nicht eingenommen werden. In den empfohlenen Pflanzenölen (auf kühle und dunkle Lagerung achten), Nüssen und Meeresfischen ist reichlich Vitamin E enthalten. Auch Selen (enthalten in Nüssen, Meeresfischen und Fleisch), Vitamin A und C wurden als Nahrungsmittelergänzung diskutiert, eine antirheumatische Wirkung konnte wissenschaftlich bislang nicht nachgewiesen werden. Vitamin C ist in allen Früchten, Gemüsen und Salaten enthalten und wird normalerweise in ausreichender Menge mit der Nahrung aufgenommen. . Besonders reichlich ist es in Paprika, schwarzer Johannisbeere, Sanddorn und Zitrusfrüchten zu finden. Vitamin A ist vor allem in allen roten, gelben und grünen Gemüsen wie Karotten, Spinat, Broccoli, Grünkohl und roten Beeten enthalten. Bei Einnahme von Vitamin A als pharmazeutische Zubereitung (Kapseln, Tropfen etc.) ist die Gefahr unerwünschter Wirkungen durch Überdosierung sehr groß ( z.B. Kopfschmerzen, Meningitis-ähnliche Symptomatik), daher muss davon abgeraten werden. Pflanzliche MedikamenteEine Vielzahl pflanzlicher Medikamente (= Phytotherapeutika) wird bei rheumatischen Beschwerden eingesetzt. Untersuchungen liegen für Erwachsene vor, bei rheumakranken Kindern wurde die Wirkung bislang wissenschaftlich nicht überprüft. Pflanzliche Medikamente können ergänzend zur übrigen Therapie eingesetzt werden. Dies sollte jedoch grundsätzlich mit dem behandelnden Kinderrheumatologen abgesprochen werden. Auf jeden Fall darf eine laufende antirheumatische Therapie nicht ohne Rücksprache mit dem Kinderrheumatologen zugunsten von Phytotherapeutika abgesetzt werden.. Die antirheumatisch eingesetzten pflanzlichen Präparate sind im allgemeinen schwächer wirksam als die herkömmlichen Antirheumatika, so daß sie am ehesten als ergänzende Therapie verwendet werden können. Es sollte immer darauf geachtet werden, dass die pflanzlichen Arzneien oder auch Homöopathika keinen hohen Alkoholgehalt haben, insbesondere unter gleichzeitiger Therapie mit Methotrexat. Die Weidenrinde ist ein seit Jahrhunderten verwendetes pflanzliches Heilmittel und war der Ausgangsstoff bei der Entwicklung der Acetylsalicylsäure und somit der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Die Wirkung ist der der NSAR vergleichbar, aber schwächer. Auch die Nebenwirkungen sind geringer ausgeprägt. In Einzelfällen können Weidenrindenpräparate, die ab 12 Jahren zugelassen sind, Alternativen zu NSAR sein. Die Brennessel ist eine Pflanze aus der westlichen Volksmedizin. Bei Arthritis und bei Arthrose konnte eine Wirkung mit Reduktion von NSAR bei Erwachsenen nachgewiesen werden. Fertigpräparate sind für Kinder ab 12 Jahren zugelassen, ausserdem gibt es Frischpflanzenpresssäfte, die für Kinder jeden Alters zur Verfügung stehen. Die Teufelskralle wird in der afrikanischen Volksmedizin seit Jahrhunderten eingesetzt und scheint eher bei Arthrosen als bei entzündlichen Gelenkerkrankungen verwendbar zu sein. Eine Wirkung tritt erst nach ca. zwei Wochen ein. Eine Zulassung besteht ab 12 Jahren bei den verfügbaren Fertigpräparaten. Weihrauchpräparate kommen aus der indischen Volksmedizin. Die Hauptinhaltsstoffe sind die Boswelliasäuren. Traditionell wird der Weihrauch bei Arthritis und entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt. Ein Wirknachweis konnte in den bislang durchgeführten Studien nicht erbracht werden. In Deutschland gibt es kein zugelassenes Fertigpräparat; der Bezug kann über die internationale Apotheke erfolgen. Weitere pflanzliche Medikamente, die erprobt werden, sind Krallendorn, Gujakholz und die neuseeländische Grünlippmuschel. Verschiedene chinesische Kräutermischungen sind im Einsatz, wobei hier immer eine Unsicherheit über die Reinheit und Verträglichkeit der Inhaltsstoffe besteht. Vorsicht bei Präparaten unbekannter Hersteller, vor allem wenn die Inhaltsstoffe nicht angegeben sind oder wenn die Präparate besonders teuer sind: Wie immer wieder aufgedeckt wird, besteht bei solchen Präparaten immer die Gefahr, daß kriminelle, skrupellose Hersteller den „alternativen Präparaten“ nicht deklarierte Zusätze wie Cortison oder sonstige u.U. gesundheitsschädliche Stoffe hinzufügen.
Weitere alternative Therapien: Viele andere alternative Therapien werden Rheumapatienten angeboten. Akupunktur kann Erfolge bei der Schmerzstillung bringen. Auch die Anwendung von Homöopathie kann ergänzend versucht werden, wenn auch bislang keine fundierten Untersuchungen vorliegen, die einen Therapieerfolg wissenschaftlich belegen könnten. Allen „alternativen Therapien“ ist gemein: • Sie sollten mit dem Kinderrheumatologen besprochen werden. • Es sollte keinesfalls die „schulmedizinische“ Basistherapie plötzlich und ohne Rücksprache mit dem Kinderrheumatologen abgebrochen werden, auch wenn dies von manchem „alternativen Therapeuten“ empfohlen wird, da die Gefahr eines starken Krankheitsschubes besteht. Weitere alternative TherapienViele andere alternative Therapien werden Rheumapatienten angeboten. Akupunktur kann Erfolge bei der Schmerzstillung bringen. Auch die Anwendung von Homöopathie kann ergänzend versucht werden, wenn auch keine Untersuchungen vorliegen, die Erfolge wissenschaftlich darlegen könnten.
Allen Alternativen Therapien ist gemein: Sie sollten mit dem Kinderrheumatologen besprochen werden. Es sollte keinesfalls die „schulmedizinische“ Basistherapie plötzlich ohne Rücksprache mit dem Kinderrheumatologen abgebrochen werden, auch wenn dies von manchem alternativen Therapeuten empfohlen wird, da die Gefahr eines starken Krankheitsschubes besteht. |
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