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Forum - medizinische Fragen

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Alle Kategorien > Rheumaforum > Rheuma > juvenile Arthritis
Anzahl Nachrichten: 8 - Seiten (1): [1]
Autor: Rigger Marion
Erstellt: 28. Jun 2010 - 02:57
Betreff: juvenile Arthritis
Hallo,
bei meiner Tochter Jule 9 Jahre alt wurde vor kurzem juvenile Arthritis diagnostiziert.
Jule hat Schmerzen im li. Handgelenk seit ca. 6-8 Wochen. Im November 2009 hatte sie die
Schweinegrippe. 2 Wochen nach der Infektion bekam sie Schmerzen und Schwellung im li. Sprunggelenk , die ca 2-3 Monate anhielten. In dieser Zeit wurde sie mit Ibuprofen und Schonung therapiert. Verschiedene Arztbesuche waren erforderlich. Blutuntersuchung und Röntgenaufnahmen gaben keinen Befund. Im März diesen Jahres waren die Beschwerden dann abgeklungen. Dann ab Mitte April hat sie dann plötzlich über Schmerzen im li. Handgelenk geklagt.
Dann wurde ein Termin in der Kinderklinik Tübingen gemacht. Dort wurde eine Kernspintomographie sowie Blutabnahmen durchgeführt. Bei den Aufnahmen ergab dann die Diagnose daß eine leichte Gelenkhautentzündung des Handgelenkes zu sehen wäre.
Seit ca. 2,5 Wochen haben wir mit der Therapie mit Naproxen 2x 5ml. begonnen.
Leider ist bis zum heutigen Zeitpunkt noch keine wesentl. Besserung eingetreten. Jedoch beklagt sie sich weniger von sich aus über Schmerzen. Nur bei Nachfrage beschreibt sie die Schmerzen bei Skala 5.
Wir sind jetzt etwas verunsichert wie es weitergehen soll.
Meine Frage an Sie: Ist es normal daß der Saft noch nicht so wirk?
Was kann man vielleicht noch alternativ tun?
Von der Kinderklinik aus ist es so daß sie sagen wennn Naproxen nicht hilft muß eine Basistherapie gemacht werden.
Muß daß dann wirklich sein? Auch wenn nur ein Gelenk betroffen ist?
Jule bekommt zusätzlich noch 2x die Woche Krankengymnastik und ich mache jeden Abend einen Wickel mit Schwedenkräuter.
Für eine Antwort von Ihnen würde ich mich sehr freuen.
Im vorraus vielen Dank dafür.
Mit freundlichen Grüßen
Marion Rigger
Autor: Dr. Renate Häfner
Erstellt: 02. Jul 2010 - 11:11
Betreff: re: juvenile Arthritis
Sehr geehrte Frau Rigger,
leider reicht bei manchen Kindern mit Arthritis die Therapie mit Naproxen alleine nicht aus. Dann muss man über eine Basistherapie diskutieren. Allerdings muss man wissen, dass die entzündungshemmende Wirkung des Medikaments meist 3-4 Wochen auf sich warten läßt. Somit besteht durchaus noch die Möglichkeit, dass die Entzündung bei Ihrer Tochter in den nächsten Tagen und Wochen zur Ruhe kommt. Ob und wann eine Basistherapie notwendig wird, kann ich aus der Ferne natürlich nicht entscheiden. Dies sollten Sie mit den Ärzten in Tübingen ausführlich besprechen.
Ich hoffe und wünsche, dass für Ihre Tochter bald eine gute Therapie gefunden wird.
Mit den besten Grüßen
Dr. Renate Häfner
Autor: Rigger Marion
Erstellt: 07. Jul 2010 - 09:55
Betreff: re: juvenile Arthritis
Sehr geehrte Frau Dr. Häfner,
vielen Dank für ihre Antwort. Seit 2 Tagen sind die Schmerzen und Schwellung wieder schlimmer geworden. Ich habe Kontakt zur Kinderklinik aufgenommen. Diese werden jetzt beraten wie es weitergehen soll. Da ich selber seit Jahren Weichteilrheumatismus habe bin ich natürlich sehr sensibel dafür. Ich habe Kontakt mit Bad Gastein aufgenommen wo es diesen Heilstollen gibt. Die Ärzte dort raten natürlich recht frühzeitig mit der Therapie für Jule. Sie hätten schon mehrere Kinder erfolgreich behandelt. Ich habe aber auch schon gehört daß die Radontherapie bei Kindern nicht empfehlenswert sei. Wie sehen Sie das aus Ihrer Sicht? Wäre das eine Möglichkeit für Jule? Natürlich will man als Eltern immer zuerst alles andere versuchen bevor man mit starken Medikamenten vorgeht. Für eine Antwort von Ihnen vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Marion Rigger
Autor: Dr. Renate Häfner
Erstellt: 07. Jul 2010 - 11:32
Betreff: re: juvenile Arthritis
Sehr geehrte Frau Rigger,
Tatsächlich raten wir von einer Radontherapie bei Kindern eher ab. Auch wenn es sich um eine sogenannte „natürliche Strahlung“ handelt, ist die Dosis für einen so kleinen Organismus doch vielleicht zu viel. Die Strahlung summiert sich eben im Laufe des Lebens. Außerdem ist die Wirkung bei kindlichem Rheuma eher fraglich, obwohl man zugeben muss, dass es keine größeren Studien dazu bei Kindern gibt. Einzelerfolge sind immer möglich – bei jeder Form der Therapie, aber man sollte möglichen Nutzen gegenüber unerwünschten Wirkungen gut abwägen.
Mit freundlichen Grüßen und allen guten Wünschen
Dr. Renate Häfner

Autor: Rigger Marion
Erstellt: 30. Jul 2010 - 10:57
Betreff: re: juvenile Arthritis
Liebe Frau Dr. Häfner,
Bei Jule wurde vor 3 Wochen das Medikament umgestellt. Sie nimmt jetzt Indopaed Saft ein.
Leider bis jetzt ohne Erfolg. Vor 1 Woche war ich mit ihr nochmals zur Kontrolle. Die Ärzte dort sind sich einfach nicht ganz sicher in welche Richtung es bei Jule geht. Es wurde festgestellt daß die Gelenke bei ihr sehr überdehnbar sind. ES wurde eine Verordnung einer Handgelenksschiene gemacht. Die Schmerzen bei ihr sind gleichbleibend. Tagsüber bei Schmerzskala 5, abends etwas höher. Wir sollen jetzt weitere 6-8 Wochen abwarten was geschieht. Meine Frage an Sie: Ist es sinnvoll eine zweite Meinung einzuholen ? Das ganze geht jetzt schon seit März 2010. Davor hatte sie ja schon Schmerzen im Sprunggelenk die jetzt aber nicht mehr bestehen. Für eine Antwort von Ihnen sind wir sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüßen
Marion Rigger
Autor: Dr. Renate Häfner
Erstellt: 30. Jul 2010 - 12:29
Betreff: re: juvenile Arthritis
Liebe Frau Rigger,
Wenn die Diagnose noch unklar ist, wird Ihnen wohl keine Arzt böse sein, wenn Sie eine 2. Meinung einholen. Nach Ihrer Schilderung könnte bei Jule auch ein lokalisiertes Schmerzverstärkungssyndrom vorliegen.
Ich hoffe, Sie finden bald Hilfe
Mit allen guten Wünschen für Jule
Dr. Renate Häfner
Autor: Rigger Marion
Erstellt: 01. Aug 2010 - 10:57
Betreff: re: juvenile Arthritis
Liebe Frau Dr. Häfner,
vielen Dank für Ihre Antwort. Was bedeutet ein lokalisiertes Schmerzverstärkungssyndrom?
Kann ich bis zum nächsten Termin Mitte September zuwarten?
Die Schwellung am li. Handgelenk sind am Abend am deutlichsten.
Mit freundlichen Grüßen
Marion Rigger
Autor: Dr. Renate Häfner
Erstellt: 02. Aug 2010 - 11:24
Betreff: re: juvenile Arthritis
Liebe Frau Rigger,
Im Gegensatz zur rheumatischen Arthritis liegt bei einem Schmerzverstärkungssyndrom keine Entzündung vor. Entsprechend helfen auch entzündungshemmende Medikamente nicht. Die Schwellungen sind oft nicht auf das Gelenk begrenzt, sondern betreffen z.B. die ganze Hand und einen Teil des Unterarms. Die Schmerzen sind oft erheblich und das Kind kann die Hand dann nicht mehr benutzen. Ursache eines Schmerzverstärkungssyndroms sind chronische Belastungen, welcher Art auch immer. Für manche Kinder kann bereits der ganz normale Alltag zur Belastung werden. Es handelt sich also um eine psychosomatische Erkrankung
Ob dies bei Ihrer Tochter in Frage kommt, kann ich natürlich nicht auf die Ferne beurteilen. Ebenso wenig kann ich sagen, ob Sie bis September zuwarten sollten. Die Zeit scheint mir schon recht lange, wenn Ihre Tochter Schmerzen hat.
Ich hoffe, Sie bekommen bald Sicherheit und eine wirksame Therapie für Ihre Tochetr.
Mit herzlichen Grüßen
Dr. Renate Häfner
Anzahl Nachrichten: 8 - Seiten (1): [1]
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Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie

 

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