Seite 6-7 - Jubilaeumsbroschuere 2012 DZKJR - SPZ

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Soziale und pädagogische Therapie
Schule für Kranke
Pflegerische Therapie
Verwaltung
Physikalische Therapie
Ärztliche Therapie
1950
1955
Die Entwicklung des Garmischer Therapiekonzeptes
„Vom kleinen Nest zur größten Kinderrheumaklinik“
1960
1965
Prof. Dr. Elisabeth Stoeber
Stockdorfer Schwestern
Michowitzer Schwestern bis 1963
Diakon Manfred Weisheit
„Gründerphase“
(1952-1978)
große Pionierleistungen waren notwendig, das Bekannt-
machen der Kinderrheumatologie in der BRD stand im
Vordergrund. Zugleich wurden viele Neubauten und Klinik-
erweiterungen durchgeführt.
Neuheit: Frau Dr. Lore Sänger engagiert sich für soziale
Fragen und bietet Gesprächskreise für Eltern an.
Zu Beginn kleine Physiotherapieabteilung. Behandlung
durch Maßnahmen wie „Extensionen“, „Druckhände“,
Fangopackungen, kalte Wickel sowie Muskelkräftigung
auf der Station.
1952
Ursprünglich war die Klinik hauptsächlich für Patienten
mit rheumatischem Fieber vorgesehen. In den 50er Jahren
erkannte man die Zeichen der Zeit und konzentrierte
sich auf eine Erkrankungsgruppe, die damals noch wenig
beachtet worden war. Die Häufigkeit der chronischen
Arthritis war damals schon 20-mal häufiger als das rheu-
matische Fieber.
Zu Beginn des Jahres 1952 zählten die Rheumaabteilung
20 und die Allgemeinpädiatrie 60 Betten. Bis 1.1.1971
erhöhte sich die Bettenanzahl für Rheumakranke um das
6,5-fache auf 130 während die Allgemeinpädiatrie weiter-
hin mit 60 Betten auskam.
Bereits 1952 begann auch die Facharztausbildung im
Bereich Pädiatrie. Bis in die 80iger Jahre wurden
allgemein- und rheumachirurgische Eingriffe im Haus
durchgeführt. Seit 1989 werden die Patienten in der
Rheumaklinik Oberammergau operiert und kommen zur
professionellen Nachbehandlung zurück in unser Haus.
So entstand eine äußerst fruchtbare Zusammenarbeit zum
Wohl der Patienten.
Medikamentengabe
Nichtsteroidale Antirheumatika: Pyramidon®, Aspirin®, Indometazin, Butazolidin®
Basistherapeutika waren „Gold“, D-Penicillamin, Antimalariamittel (Chloroquin). Im-
munsuppressiva (Methotrexat, Azathioprin) wurden nur bei Stillsyndrom und Kollage-
nosen eingesetzt (wegen der Befürchtung, es könnten sich infolge der immunsuppres-
siven Therapie als Sekundärkomplikationen später bösartige Erkrankungen entwickeln).
Selten wurden auch Zytostatika eingesetzt [Chlorambucil (Leukeran®) bei Amyloidose,
Cyclophosphamid (Endoxan®) bei Lupusnephritis oder bei systemischer Vaskulitis].
Seit Ende der 1950er Jahre wurde zunehmend „Kortison“ verwendet - mit dem großen
Problem starker Nebenwirkungen! Von ca. 1965 - 1975 fanden zusätzlich ACTH-Infu-
sionen Anwendung.
„Gold“ hielt sich bis zum Ende der 80er Jahre, danach wurde MTX, zuvor praktisch
nur für Kollagenosen und sehr schlimme Fälle von Still-Syndrom eingesetzt, weltweit
zur Basistherapie-„Goldstandard“ in der Kinder- und Erwachsenenrheumatologie.
Grundlegende Publikationen für die Kinderrheumatologie stammen aus unserer Klinik
(Truckenbrodt H. & Häfner R.: Methotrexate therapy in juvenile rheumatoid arthritis:
a retrospective study. Arthritis Rheum. 1986; 29: 801-807).
Die Pflege vereint viele Aufgaben (u. a. physikalische Anwendungen und Soziales).
Strenge Besuchszeiten!
Damalige Methoden wie z. B. Wärme-/Kälte-Wickel finden bis heute Anwendung.
Anfänglich mit Kartoffel-, Moor- und Alkoholpackungen.
1952
Einweihung: 1.7.1952
Name: Kinderklinik der Inneren Mission
Träger: Rummelsberger Anstalten
1951
Im Namen des Hochkommissars John McCloy
erhält die Kinderheilstätte 100.000,- DM für
die Errichtung eines neuen Klinikgebäudes
zur Betreuung rheumakranker Kinder.
Schwesternpflegeschule
Behandlung
Roborierende Maßnahmen (von
lateinisch: roborare = stärken, kräf-
tigen) waren z. B. Teilbäder für Hand
oder Fuß. Die Kinder wurden mit
dem Bus in das externe Schwimmbad
zur Bewegungstherapie gebracht.
G R Ü N D U N G S P H A S E
Früher wurden Rheumaerkrankungen nur selten erkannt.
Betroffene Kinder wurden deshalb häufig als „Dorfkrüp-
pel“ bezeichnet und als nicht behandelbare Patienten
vernachlässigt.
Bis heute entstehen sehr häufig persönliche
Beziehungen zwischen den jungen Patienten
und den Mitarbeitern der Klinik.
1960
Aufbau der Rheumadokumentation:
Initiator der Lochkarten war CA PD Dr. G. Kölle,
die praktische Durchführung übernahm Frau Kölle.
Frau Prof. Elisabeth Stoeber
Dr. Gert Kölle
1963
Erstbezug des neuen Schwesternhauses
Michowitzer Schwestern
Liegezeit im Durchschnitt 89 Tage!
1953
Start Schwesternpflegeschule +
Gründung der Berufsfachschule
Pflegedienst
Therapeutin