Seite 28-29 - Jubilaeumsbroschuere 2012 DZKJR - SPZ

Basic HTML-Version

I 29 I
I 28 I
Am 22.07.1954 wurde ich zu einer Doppelkur nach Bad Kissingen verschickt und
sollte, nach Kurende, nach Berlin in das normale Alltagsleben entlassen werden.
Durch Zufall erfuhr mein Vater von einem Zeitungsbericht über „Rheuma bedroht
das Kinderherz“. Die neue Klinik in Garmisch-Partenkirchen war bereit mich aufzu-
nehmen und so wurde ich, nach Beendigung der Kur in Bad Kissingen, nach dorthin
überstellt.
Am 20.10.1955 wurde ich in der Kinderrheumaklinik in Garmisch-Partenkirchen auf-
genommen und am 03.04.1957 in einem guten und lebenswerten Allgemeinzustand
entlassen.
Diagnose: Morbus Still mit Übergang in primär-chronische Polyarthritis rheumatica,
Behandlung: Gelenk-Redressionen unter Narkose, Krankengymnastik, usw.
Medikamente: Aminophenazon, orthopädisches Turnen, Wassergymnastik.
Mein Leben mit Rheuma
Was ich schon immer sagen wollte…
Als ich am 11.12.1953, als 9-jähriger Bub, eines Abends mit schwersten Schmerzen
in das Städtische Krankenhaus in Berlin-Spandau im Beisein meines Vaters eingelie-
fert wurde, da wusste keiner was mit mir los ist oder was ich habe.
Erste Diagnose: Osteomyelitis, Behandlung: Hohe Dosen Penicillin
Ich lag unter einem Heizbogen, die Gelenke schmerzten und mir ging es zusehends
schlechter. Ich hatte furchtbare Schmerzen. Mein Zustand hatte sich so weit ver-
schlechtert, dass ich nun nur noch in „Kauerstellung“ versteift im Bett lag.
Am 09.03.1954 erfolgte die Verlegung in das „Waldkrankenhaus“ von Berlin-
Spandau. Dort wurde die „Kauerstellung“ unter Narkose begradigt und mein Körper
vom Bauch bis zu den Zehen eingegipst. Später wurde der gesamte Gips entfernt
und es wurde mit leichten Bewegungsübungen begonnen.
Am 31.05.1954 wurde ich in das Virchow-Krankenhaus in Berlin verlegt. Hier erfolgte
Zahnsanierung und Mandelentfernung. Krankengymnastische Übungen. Ich konnte
kaum gehen, fühlte mich unsicher, stürzte und brach mir das linke Handgelenk und
den linken Fuß.
Diagnose: Polyarthritis rheumatica,
Behandlung: Cortison
Eine grundlegende Besserung des Gesamtzustands erfolgte nicht. Man teilte mei-
nem Vater mit, dass eine Weiterbehandlung im Virchow-Krankenhaus nicht ferner
möglich sei.
Und nun??
Gerd Dreier
Ehemalige
Patienten erzählen
von Gerd Dreier