Das Garmischer „Gipfelstürmer®“ Programm

Therapeutisches Klettern
© Zugspitz Region, Foto: Wolfgang Ehn

Das Garmischer „Gipfelstürmer®“ Programm ist ein einzigartiges Diagnostik- und Therapiekonzept für Kinder und Jugendliche mit Einschränkungen im Bereich des Nerven oder Bewegungssystemes unter Einbindung heimatnaher ambulanter Therapeuten und Bezugspersonen und Begleitung nachhaltiger ambulanter Behandlungspläne.

Behandlungsspektrum

Gerätegestützte Therapie
Behandlung nach dem Bobath-Konzept
Therapeutisches Klettern

Das Garmischer „Gipfelstürmer®“ Programm ist ein Diagnostik- und Therapiekonzept für Kinder und Jugendliche mit Einschränkungen im Bereich des Nerven- und/oder Bewegungssystems unter Einbindung heimatnaher ambulanter Therapeuten, Bezugspersonen und mit Begleitung nachhaltiger ambulanter Behandlungspläne. Das Programm wurde gemeinsam von Neuropädiatern, Kinderrheumatologen und Kinderorthopäden entwickelt und soll eine Versorgungslücke bei der Behandlung neuroorthopädischer Patienten schließen helfen.

Zielgruppe

Das „Gipfelstürmer®“-Konzept richtet sich an Patienten im Kindes- und Jugendalter bei denen:

  • akute, rezidivierende und/oder chronische Erkrankungen des Nerven- oder Bewegungssystems bestehen. Hier sollen komplexe Diagnostikabläufe und Therapieeinleitung koordiniert sowie langfristige Behandlungspläne erstellt bzw. angepasst werden,

  • Begleiterkrankungen vorhanden sind, die unter multimodal-nichtoperativer Komplexbehandlung des Bewegungssystems eine Überwachung mit den Mitteln des Krankenhauses erfordern,

  • aufgrund von Art und Schwere der Erkrankung bzw. Behinderung ambulante Diagnostik und Therapien nicht ausreichen um eine suffiziente zeitnahe Heilung/Linderung der Erkrankung/Behinderung zu bewirken,

  • Erfolge der ambulanten Behandlungs- und Beratungsmaßnahmen hinter den begründeten Erwartungen der behandelnden Fachkräfte bzw. des einweisenden Arztes zurückbleiben,

  • diagnostische Einordnung der Symptomatik, der Ätiologie oder Pathogenese im Rahmen der ambulanten Untersuchung nicht ausreichend möglich ist,

  • der adäquate Behandlungsbedarf, z.B. hinsichtlich des Umfanges oder der Art therapeutischer Interventionen, ambulant nicht eindeutig festgelegt werden kann.

Was sind die Garmischer „Gipfelstürmer®“?

Das Garmischer „Gipfelstürmer®“ Programm ist ein Diagnostik- und Therapiekonzept für Kinder und Jugendliche mit Einschränkungen im Bereich des Nerven- und/oder Bewegungssystems unter Einbindung heimatnaher ambulanter Therapeuten, Bezugspersonen und mit Begleitung nachhaltiger ambulanter Behandlungspläne. Das Programm wurde gemeinsam von Neuropädiatern, Kinderrheumatologen und Kinderorthopäden entwickelt und soll eine Versorgungslücke bei der Behandlung neuroorthopädischer Patienten schließen helfen.

Das seit Jahrzehnten bewährte ganzheitliche „Garmischer Therapiekonzept“ zur Behandlung rheumakranker Kinder und die jahrelange Erfahrung im Umgang mit komplexen hereditären Skeletterkrankungen bilden eine ideale Basis für die Implementierung und Entwicklung des „Gipfelstürmer®“ Programmes. Die Tatsache, dass das Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie als Besondere Einrichtung gemäß § 17 des KHG und der Vereinbarung zwischen GKV-Spitzenverband, Verband der Privaten Krankenversicherung und der Deutschen Krankenhausgesellschaft anerkannt ist, ermöglicht der Klinik in besonderem Maße die Behandlung komplexer chronisch kranker Kinder und Jugendlicher.                             

Hier finden Sie weitere Informatione zum Ablauf der Garmischer „Gipfelstürmer®“

Hier finden Sie weitere Informationen zu den Garmischer „Gipfelstürmer®“  zur Team, Qualifikation und Leistungen

Behandlungskonzept

Die Behandlung im Garmischer „Gipfelstürmer®“ Programmes ist ganzheitlich, interdisziplinär und wird individuell gestaltet. Das Programm umfasst eine erste ambulante Einschätzung, ein intensives stationäres Behandlungsprogramm und die begleitete Weiterbehandlung daheim. Um die Behandlung optimal auszurichten wird die bestehende Symptomatik (Funktionsstörungen, Fähigkeitsstörungen) mehrdimensional, d.h. mit Ihren Auswirkungen auf Alltag, Entwicklung und Teilhabe erfasst um kurzfristige Behandlungsziele, z.B. während der stationären Behandlung, vor allem aber in einem passenden langfristigen Behandlungsplan zu erstellen. Bezugspersonen und Familie werden in die Behandlung eingebunden, die Mitaufnahme eines Elternteils oder Angehörigen während der stationären Phase ist möglich und erwünscht.

Um die Behandlung optimal auszurichten wird die bestehende Symptomatik (Funktionsstörungen, Fähigkeitsstörungen) ganzheitlich-mehrdimensional, d.h. mit Ihren Auswirkungen auf Alltag, Entwicklung und Teilhabe aber auch die die individuellen, familiären, sozialen und finanziellen Ressourcen erfasst um kurzfristige Behandlungsziele aber auch einen mittel- bzw. langfristigen Plan für die weitere ambulante Behandlung zu erstellen. Die Diagnostik läuft begleitend zu unterschiedlichen Therapien (physikalische Therapie, Sprachtherapie, Heilpädagogik, Psychotherapie, medikamentöse Therapie u. a.), Bezugspersonen und Familie werden eingebunden.

Zusätzlich wird eine umfassende apparative Diagnostik vorgehalten:

  • eigenes Labor und Kooperationslabore
  • Sonografie, Röntgen
  • Lungenfunktion und Bodyplethysmografie
  • EEG und Elektrophysiologie
  • 3d Ganglabor
  • über Kooperationspartner auch weiterführende Bildgebung (MRT und CT)

Therapieintensität und Behandlungsmodalitäten erfolgen entsprechend definierter Behandlungspläne, bestimmt von Schweregrad und Komplexität der Erkrankung, Ätiologie, Verlauf und Ressourcen des Kindes bzw. der Familie. Ziele sind Steigerung der Selbstständigkeit, Mobilität, Belastbarkeit, ggf. auch Konzentration, Kommunikation und damit der Integration bzw. Teilhabe.

Physikalische Therapie

Gerätegestützte Therapie
Gerätegestützte Therapie
Therapeutisches Klettern
Therapeutisches Klettern
Beüben der Rumpfstabilität auf SI-Schaukel
Training der Handfunktion

Im Zentrum des „Garmischer Gipfelstürmer Programms“ stehen die Diagnostik und Therapieeinheiten durch spezialisierte Therapeuten. Die bestehende Symptomatik (Funktionsstörungen, Fähigkeitsstörungen) wird zunächst interdisziplinär und mehrdimensional, d.h. mit Ihren Auswirkungen auf Alltag, Entwicklung und Teilhabe erfasst um kurzfristige Behandlungsziele, vor allem aber in einem passenden langfristigen Behandlungsplan zu erstellen.

Ein erstes Kennenlernen mit den Therapeuten erfolgt im „Basislager“, unserem eigens für „Gipfelstürmer“-Patienten eingerichteten Therapieraum Während einer gemeinsamen Befundung werden Fähigkeiten, körperlichen Möglichkeiten sowie die physische, aber auch psychische Konstitution Ihres Kindes besprochen. Auf dieser Basis besprechen wir zusammen mögliche und realistische Ziele (den „Gipfel“) des Aufenthaltes.

Individuelle, auf Ihr Kind abgestimmte Maßnahmen, werden Sie während des Aufenthaltes bestmöglich auf den „Gipfelsturm“ begleiten.  Unser therapeutisches Team hierfür besteht aus verschieden spezialisierten Physiotherapeuten, Masseuren, Ergotherapeuten sowie Logopäden und Sportwissenschaftlern. Durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit dieses Teams können Stärken Ihres Kindes optimal gefördert und neue Ressourcen gemeinsam entdeckt werden.

Aus unserem vollgepackten Rucksack der Therapiemöglichkeiten wie z.B. Physio- und Ergotherapie auf neurophysiologischer Grundlage (Bobath, Vojita, PNF), sowie therapeutischen Klettern, Osteopathie, funktionaler Integration nach Feldenkrais oder Reitgestützter Therapie können wir uns während des gesamten Gipfelsturms bedienen, um das Passende für Ihr Kind bis zum Erreichen des Gipfels zu finden.

Neben der grundlegenden Vorbereitung wie Kräftigung der Muskulatur und Verbesserung der Beweglichkeit gehören für uns vor allem alltagsgestützte Therapien wie Gangschule und Anbahnung physiologischer Bewegungsabläufe, Ergonomie, Gelenkschutz oder auch eine Beratung zu Hobbys und sportlichen Aktivitäten zum Konzept des Gipfelsturms. Bei den „Wegbegleitern“ der Ergotherapie steht z.B. die größtmögliche Selbstständigkeit in Alltag, Freizeit, Schule oder Beruf Ihres Kindes im Vordergrund. Die Physikalischen Maßnahmen unterstützen durch klassische Massagen, Manueller Lymphdrainage, Ultraschallbehandlung, Elektrotherapie oder ggf. postoperativer Nachbehandlung auf dem Weg zum Gipfel.

Während des Gipfelsturms werden neben den Einzeltherapien auch speziell abgestimmte Übungsprogramme erstellt. Darüber hinaus stehen Ihrem Kind individuelle Trainingsmöglichkeiten wie Therapiebad, medizinische Trainingstherapie und Sensomotoriktraining zur Verfügung.

Sollten wir bereits vor oder während des Aufenthaltes feststellen, dass eine besondere Ausrüstung (Hilfsmittel) für den Gipfelsturm von Nutzen wäre, kann diese in Zusammenarbeit mit Orthopädietechnikern vor Ort angefertigt  werden. Im Rahmen der Therapie können diese entsprechend erprobt und, wenn nötig, nochmals angepasst werden. 

Damit die erlernten Fähigkeiten beibehalten werden, bzw. die Schritte zum nächsten Gipfel gemacht werden können, werden Sie zusammen mit Ihrem Kind in individuell erstellten Heimübungsprogrammen geschult und bei Bedarf wird eine entsprechende Versorgung mit Therapiemitteln besprochen.

Pflegedienst

Basis der Garmischer Therapiekonzepte ist der ganzheitliche und interdisziplinäre Blick auf Patient und Familie mit den Pflegefachkräften als wesentlicher Partner in Diagnostik, Therapie und Behandlungsplanung. In einer vertrauensvollen Atmosphäre sind die Fachkräfte für Kinderkrankenpflege ständige Ansprechpartner und Vermittler für Patienten, Angehörige und allen an der Therapie beteiligten, steuern und überwachen physikalischen Maßnahmen und Hilfsmittelversorgung bei Schmerzen, Gelenkentzündung und Bewegungseinschränkung.

 

 

 

Terminorganisation ambulant und stationär

Vorab

„Gipfelstürmer®

Anfragen bezüglich unseres Garmischer „Gipfelstürmer® Programmes können telefonisch an 08821-701-1450 gestellt werden.
Um ihr Kind genauer einschätzen zu können und den weiteren Ablauf abstimmen zu können benötigen wir vorab weitere Informationen und möchten Ihnen unseren Garmischer „Gipfelstürmer®-Fragebogen zusenden. Wir bitten Sie den Bogen sorgfältig auszufüllen, vom Kinderarzt freigeben zu lassen und mit weiteren Befunden per Post, Fax oder Email zurückzusenden. Nach Eingang der Unterlagen werden diese geprüft und die weiteren Termine geplant. Sie erhalten telefonische oder schriftliche Mitteilung über den Termin zur ambulanten Erstvorstellung.

Erstvorstellung in unserem SPZ

Der stationären Behandlung geht in der Regel eine ambulante Vorstellung in unserem sozialpädiatrischen Zentrum voraus. Berichte und Befunde werden gesichtet, besprochen und ggf. nachgefordert, die Indikation zur stationären Aufnahme geprüft, kurzfristige Behandlungsziele definiert und der weitere Aufenthalt geplant. Terminwünsche werden soweit möglich berücksichtigt

Stationäre Phase

Die stationäre Behandlung wird individuell auf die Situation des Kindes und unter Einbeziehung von Patient und Familie aber auch weiteren Bezugspersonen und Behandlern vor Ort abgestimmt.

Physiotherapie, Ergotherapie aber auch Übungsbehandlungen bei der Heilpädagogik und der Logopädie sollen bestehende Funktionsstörungen wie z.B. Körperhaltung und -koordination, Wahrnehmungsstörungen, Ausdauer, Aufmerksamkeit oder Konzentration verbessern. Die Therapie kann im Einzel- oder Gruppensetting, unter intensiver Assistenz oder nach Anleitung auch eigenständig erfolgen.

Weiterbehandlung

Im Rahmen des stationären Aufenthaltes wird ein Konzept zur ambulanten Weiterbehandlung erstellt und mit Angehörigen bzw. Bezugspersonen, den weiterbehandelnden Therapeuten, ggf. auch Schule, Kindergarten oder anderen Einrichtungen abgestimmt. Unsere Therapeuten bleiben auch nach Entlassung im Kontakt mit den Behandlern vor Ort um Verlauf und Therapieplan zu übersehen. Ambulante Verlaufskontrollen in unserem SPZ sind nach 3 bis 6 Monaten vorgesehen.