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Seropositive juvenile Polyarthritis


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Verfasst am: 16. 11. 2015 [21:37]
Kirali
Themenersteller
Dabei seit: 16.11.2015
Beiträge: 1
Sehr geehrte Frau Dr. Häfner,

seit Februar diesen Jahres hat unsere Tochter (geb. 2003) über 15 Ergüsse, Schwellungen oder sonstige Schmerzen in Gelenken unterschiedlichster Art gehabt, zumeist dauerten diese „Anfälle“ nur 5 Tage an. Zwei Mal war sie innerhalb weniger Stunden laufunfähig und ihr Hüftgelenk mußte punktiert werden. Ein Erreger wurde beide Mal nicht im Punktat gefunden. Ein sonographisch belegter Erguss im Ellenbogen, der durch eine Schwellung auch für den Laien sichtbar war, führte am Tag 2 zu totaler Bewegungsunfähigkeit, am Tag 4 konnte der Arm wieder gestreckt werden.

Ein MRT hat gezeigt, dass es bisher noch keinerlei Knochen-/ Knorpelveränderungen gegeben hat.

In unserer Familie gibt es vermehrt Rheuma (Großmutter Sjörgen Syndrom, deren Bruder entzündliches Rheuma, Urgroßmutter, Ururgroßmutter), weswegen das Blut unserer Tochter gleich zu Beginn auch auf Rheuma gecheckt wurde. Keine Anzeichen damals. Beim zweiten Hüfterguss im August wurden dann folgende Werte gemessen: IgA über 500; IgM 38; ACPA 49. Dasselbe wurde 6 Wochen später wieder gemessen plus einem Wert von 1.350 beim S100A12. Sie ist HLA B27 negativ und Campylobacter IgA-AK Blot positiv getestet.

Aktuell hat sie in beiden Handgelenken ein Ganglion und das mittlere Zeigefingergelenk ist geschwollen. Außer in aktuellen Schüben hat sie keine Bewegungseinschränkungen. Leider beginnt sich die Dauer der Anfälle zu verlängern (am Finger hat sie seit 2 Wochen Schmerzen, Hand seit 5 Wochen leichte Schmerzen).

Wir stehen zum Glück noch an Anfang der Krankheit. Daher ist uns sehr wichtig, gleich zu Beginn den vielversprechendsten Therapie zu finden. Die Hauptfrage wäre, ob sich für die Bestätigung der Diagnose und die Therapieerstellung ein Aufenthalt in Ihrer Klinik lohnen würde.

Unsere Fragen:

1. Wir hatten vorsorglich einen Termin in Ihrer Klinik vereinbart, da die behandelnden Rheumatologen immer wieder meinten, wir müssen noch warten. Nun ist die Diagnose seropositive juvenile Polyarthritis gestellt und im Dezember wird mit MTX begonnen. Ist es sinnvoll den Termin bei Ihnen aufrecht zu erhalten oder wäre es besser den Termin aufs Frühjahr zu verschieben, wenn Erfahrungen mit MTX gemacht wurden? Wir wollen unbedingt jetzt am Anfang sicher gehen, die richtige Therapie zu wählen, um nicht wieder Monate zu verlieren.

2. Impfungen gegen Windpocken 2005 und 2009 – muß aufgefrischt werden?

3. Ist eine Impfung gegen HPV empfehlenswert (Großmutter hatte auch Brustkrebs)?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!
Verfasst am: 23. 11. 2015 [10:48]
Haefner
Dr. Renate Häfner
Dabei seit: 05.10.2005
Beiträge: 893
Sehr geehrte Familie Kirali,
Auch wenn bei Ihrer Tochter die Diagnose jetzt feststeht und die Therapie mit MTX eingeleitet ist, wäre es sinnvoll, wenn sie baldmöglichst zu uns kommt. Es gibt neben der medikamentösen Therapie noch andere wichtige Therapien insbesondere im Bereich Physiotherapie, die gerade am Anfang helfen können, Gelenkeinschränkungen und Fehlstellungen zu verhindern. Das ist immer besser, als wenn man hinterher mühsam eingetretene Störungen wieder beheben muss.
Ich bin zuversichtlich, dass wir Ihrer Tochter gut helfen können.
Mit den besten Grüßen
Dr. Renate Häfner